Diplomarbeit "Beipackvideo"
Beipackvideo >> abgeleitet vom Beipackzettel
Das Nachlesen der Information wird ueberfluessig, statt dessen betrachtet man das dem Produkt begelegte Video. Dieses vermittelt dem Betrachter alle Informationen, die er zur Benutzung des Produktes benoetigt. Das Beipackvideo steht fuer die Vermittlung von Information (das kann auch die Einfuehrung in ein bestimmtes Thema sein) oder eines bestimmten Sachverhalts, die sich auf andere Produkte (als das Video), Sachverhalte oder Situationen bezieht. Wenn der Zuschauer sich dann in der beschriebenen Situation befindet oder das behandelte Produkt vor sich hat, weiss er durch die Information aus dem Video, wie damit umzugehen ist.



 
 

About
In diesem Buch geht es um die zuschauerorientierte Gestaltung audiovisueller Medien zu Vermittlung von Informationen. Der Fokus liegt auf der Gestaltung und Wahrnehmung von Musikvideos mit informativen Inhalten. Dabei wird verdeutlicht, daß kurze, musikvideoartige Clips, den Lerneffekt beim Zuschauer erhoehen und foerdern koennen. Zusaetzlich wird das Medium Musikvideo umfassend in seinen Strukturen, Bestandteilen, Definitionen und Darstellungsweisen vorgestellt. Die Darstellung erfolgt im Hinblick darauf, inweiweit das Musikvideo als Traeger fuer Informationen geeignet ist und welche Faktoren fuer eine Informationsvermittlung
nicht tauglich sind.


Hauptaussagen
>> Das Buch zum Beipackvideo ist ein Konzept zur Erstellung informativer Videoclips. Der Betrachter soll durch die Clips mehr Lernen als von herkoemmlichen Musikvideos.
>> Musikvideos sind Traeger und Vermittler von musikbegleitenden Informationen, wie zum Beispiel Kleidungsstilen, Musikstilen, Gesten und Verhaltensweisen. Wenn Zuschauer diese Informationen gut erinnern und nachahmen koennen, koennen sie auch andere Informationen, die Ihnen in Kombination mit Musik aufbereitet werden besser erinnern als ohne Musik.
>> Aufgrund der kulturellen Bekanntheit von Musikvideos und der guten Distributionswege eignen sie sich gut als Traeger und Vermittler von Informationen. Dabei profi tieren alle an der Produktion Beteiligten von einer erfolgreichen Informationsvermittlung, denn der positive Eindruck/Lerneffekt faellt auf sie alle zurueck.
>> Die Kombination von bewegten Bildern mit Musik, erleichtert dem Zuschauer die Aufnahme der dargestellten Information und foerdert die spaetere Erinnerung an diese, sowiet den Lerneffekt.
>> Das Beipackvideo kann orts-, produkt- oder situationsspezifisch, aber auch allgemein produziert und eingesetzt werden. Weil es rezipientenorientiert gestaltet ist, sich aber trotzdem an der Ÿsthetik von Musikvideos orientiert, erleichtert das Beipackvideo dem Zuschauer das Erlernen und Verstehen komplexer Informationen und Zusammenhaenge.

Das Konzept des Beipackvideos
Informative Videoclips sollen dem Zuschauer waehrend eines eigentlichen Freizeitverhaltens Informationen vermitteln und damit einen (evtl. zunaechst unbemerkten) Wissenszuwachs beim Rezipienten erzielen.
Dabei sollen die erfolgreiche und vor allem bei jungen Leuten sehr beliebte aeußere Form des Musikvideos und die Musik genutzt werden, um die Aufmerksamkeit des Publikums zu erlangen und diese gerade auf Inhalte, die abseits ihres Freizeitverhaltens liegen, lenken. Der Videoclip praesentiert und promotet zum einen die musikalische Ebene als Produkt, und zum anderen nutzt er die Darstellungsebene als Vermittler fuer Informationen. Der fertige Videoclip soll sozusagen ein “Werbeclip“, ein Foerdermittel fuer die Information - die sich auf etwas anderes als die Musik, wie zum Beispiel ein Produkt oder eine Verhaltensweise, bezieht - sein. Die Informationsvermittlung wird dabei visuell und durch die Musik unterstuetzt.

Von dem informativen Video koennen alle Beteiligten (Interpreten, Darsteller, Zuschauer, Regisseur, Sponsor/Partner, Gestalter) profitieren, da sich das angenehme Gefuehl eines Wissenszuwachses, beziehungsweise das Gefuehl etwas gelernt zu haben, im Endeffekt wieder auf das Musikvideo (und damit den Interpreten und sein Umfeld) zurueck beziehen laesst.

Informative Videos zielen darauf ab dem Zuschauer Informationen zu vermitteln, die nicht unbedingt oder direkt mit der Praesentation von Musikprodukten in Verbindung gebracht werden. Das koennen zum Beispiel “kleine Helfer im Alltag“ oder explizite Anweisungen sein.
Wichtig ist der Anspruch an das Video, welches auf der individuellen und explizit fuer diesen Inhalt hergestellten Verbindung von Musik und Bild beruht, damit eine sinnvolle Information an den Betrachter vermitteln zu wollen, die dieser spaeter in anderen Kontexten einsetzen kann. Die Rahmenhandlung kann auch die Darstellung der Musik sein, kann sich aber auch auf alle anderen Lebensbereiche oder Themenwelten beziehen.

Das Video soll dem Zuschauer “Bonus-Informationen“ liefern. Neben dem auditiven Musikstueck, lernt er noch visuell etwas dazu, was sich nicht auf die Musik beziehen muss. Das koennen Inhalte zu allen moeglichen Themenbereichen sein, die entsprechend aufbereitet werden muessen. Der Mehrwert der Informationsdarstellung und -vermittlung entsteht erst durch die Verbindung von Musik und Bild. Die vermittelte Information kann andere Lernmedien ueberfluessig machen: Buecher lesen, Gebrauchsanweisungen, Aufbauanleitungen, Produktbeschreibungen,etc.






Beipackvideo zu der Musik von Le Tone ÑJolie Dragonì:
Als Vorlage und Inspiration fuer die Videoclips diente ein altes Buch aus den 70er Jahren ("Man muss sich nur zu helfen wissen"), in welchem kleinen Kindern Anleitungen und Hinweise gegeben werden, wie sie die Erwachsenen in ihrer Umgebung "entlasten" koennen und selber selbststaendiger [und erwachsener] werden koennen. Die Themen reichen von einfachen Dingen wie der Aufbewahrung von Schallplatten oder Buegelanleitungen bis hin zur Erstellung einers Hebariums. Fuer diese Videoclips, welche eine zeitgemaeþe Adaption des Buches darstellen sollen, wurde als Leitfigur in Bild und Musik ein kleiner Stoffdrachen gewaehlt. Das fast rein instrumentale Lied dazu heisst "Jolie Dragon". Der Drache ist Bestandteil jedes Clips und hat jeweils [also auch bei jedem neuen inhaltlichen Thema] eine andere Farbe. Die Clips dauern zwischen einer und zwei Minuten, so daþ sie fuer Kinder kleine und schnell erfassbare Einheiten darstellen. Die Musik klingt, wie auch die visuelle Darstellung zunaechst relativ einfach und leicht erfassbar. Diese drei Clips koennen Teil einer Serie sein, deren einzelne Clips sich jeweils an den Geschichten aus dem Buch orientieren.




Beipackvideo zu der Musik von Plaid ÑSquanceì:
Das Video beschaeftigt sich mit einem Hobby vieler Leute und einer fuer nichtwissende Personen heiklen Aktivitaet: dem Pilze sammeln im Wald. Nach aufmerksamer und evtl. mehrfacher Betrachtung des Videos mit erhoehter Aufmerksamkeit solll dem Betrachter bewusst werden, welche Pilze er im Wald auf keinen Fall anruehren darf und von welchen er auf jeden Fall die Finger lassen soll. Es warnt ihn vor den giftigsten Pilzen und zeigt ihm die Ungefaehrlichen, deren Verzehr hoechstens eine Lebensmittelvergiftung (nicht toedlich) nach sich ziehen kann. Die Gestaltung mit Fotos, Symbolen und kurzen Saetzen erzeugt eine visuelle Collage. Die relativ schnelle Musik und im Zuge dessen auch die visuelle Darstellung erfordert eine hohe und permanente Aufmerksamkeit des Zuschauers. Die Bilder, Symbole und Warnhinweise stammen aus gaengigen Buechern fuer Pilzsammler, doch sind meist auch dem unwissenden Pilzsammler ein Begriff.
Das Video wurde zusammen mit einem Pilzmesser verpackt verschenkt, um den Benutzer dazu zu animieren, daþ Video vor seinem naechsten Waldspaziergang zubetrachten, und danach das Messer dorthin mitzunehmen und im Wald auf die Pilze zu achten, und diese entsprechend der Hinweise in dem Video zu sammeln oder stehen zu lassen.

   


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Inhaltsverzeichnis

Buch als PDF


Siehe auch www.beipackvideo.de


 
     
 
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Jolie Dragon 7 mb

Squance 9 mb

     
 

 


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