Geschichte des Musikvideos
Die Geschichte des Musikvideo istgliedert sich in eine zweiteilige Entwicklung. Die zeitliche Entwicklung des Mediums geht von den 50er Jahren bis heute. Desweiteren bildet die Entwicklung innerhalb des Musikvideogenres, die Mitte der 80er Jahre begann einen weiteren Schwerpunkt.
Die Geschichte des Musikvideos ist auch die Geschichte der Verbreitung des Fernsehens und der Ausweitung der Freizeit und Unterhaltungsindustrie. Ohne das Fernsehen gaebe es kein Musikvideo.

 
 

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Die 50er Jahre >>
In den 50er Jahren setzte eine Massenbegeisterung und Hysterie fuer Unterhaltungsgeraete ein. Radio- und Singleschallplatte entwicklen sich zum erschwinglichen Tontraegr und Unterhaltungsmedium fuer Jedermann.
Der Rock'n Roll gilt als entscheidendes Musikereignis. Beruehmt gemacht durch Elvis ("Jailhouse Rock"), der mit Musikperformances in Kitschfilmen, Musicals und auf der Buehne den Rock salonfaehig macht. Die Rockhysterie beginnt 1956, erstmals gibt es seitens der Zuhoerer eine starke Konzentration auf die Interpreten als Stars. Sie kopieren ihre Ideole in Aussehen, Gesten und Handlunsgweisen. Live-Auftritte in Fernsehsendungen wie der "Ed Sullivan Show" verstaerken die Fan-Idol-Beziehung.
Die 50er und 60er Jahre stehen im Zeichen der Musik von Elvis und der sich ausbreitenden "Beatlemania". Die Beatles werden als erste Vertreter ihrer Zunft professionell kommerziell vermarktet. Ihre Filme tragen entscheidend zu dem Erfolg bei.

Die 60er Jahre >> Von 1963 bis 1968 wurden in Frankreich die ìScopitone" (Jukeboxen mit groþem Bildschirm) in Bars und Nachtclubsverteilt. Auf ihnen liefen nach dem Muenzeinwurf kurze 16mm-Farbfilme von Popstars wie Nancy Sinatra. Diese Apparatewurden zusehends von der Verbreitung des Fernsehens als Massenmedium angeloest. Nationale Musikshows (TOTP, Ed Sullivan, Hitparade, Musikbox) spielen hauptsaechlich Live-Performances der Stars und erfreuen sich großer Beliebtheit beim Publikum. Schon bald werden die staendigen Live-Auftritte der Stars zu teuer fuer die Plattenfirmen, deswegen werden nun oft Baender mit Liveaufzeichnungen anderer Auftritte an die Fernsehsender verteilt. Das ging einher mit der Produktion erster Promotionclips. Die Band wurde im Studio abgefilmt, und das Material wurde anschliessend mit assoziativen Filmszenen aufgelockert. Schon da zeigte sich die Entwicklung ab, dass je bekannter eine Band war, umso extravaganter auch der Clip wurde (z. B. Beatles, The Kings, The Who).

Die 70er Jahre >> In den 70er Jahren entwickelte sich ein Kult um die Figur des DJs, dessen Kunst es war mit den von ihm zusammengestellten Listen der Msuikstuecke, die Gunst des Publikums zu erlangen. Das Programm des DJs wurde nun immer weiter ausgestaltet, unter anderem mit visuellen Untermaluneng der Disco-Musik mit psychdelischen Kunst-Videos. Daraus entwickelte sich eine eigene Sparte, die Video-Art. Aus ihr gingen Video-Kuenstler wie z.B. Nam June Paik , The Residents oder Devo hervor. Letztere begannen schon damals Musikvideos in ihr "Multimedia Art Konzept" einzufuegen. "Space Odity" von David Bowie war ein Promotional Clip, der heute noch in die Riege erfolgreicher und innovativer Clips passt. Er war stark beeinflusst von Stanley Kubricks Weltraumepos "2001". Film und Videokunst vermischen sich in der Geschichte.
1975 entstand der Clip von Queen zu "Bohemian Rhapsody". Dieser Clip wird heute allgemein als "erstes Musikvideo" tituliert. Weil der Song live schwer zu spielen war war, wurde bereits vor der Veroeffentlichung ein Video produziert, welches bei TOTP lief und die Single zur Nummer 1 machte. Die Fernsehsendungen, die sich darauf konzentrieren nur Videoclips mit Rock- und Popmusik zu zeigen vervielfaeltigen sich rrapide. Die "Popclips Show" auf Nickelodeon, gilt als Vorlaeufer von MTV. Hier werden die Clips bereits von einem VJ praesentiertt.
Die Videotechnik hatte aehnliche Auswirkungen wie Jahre zuvor das Radio oder die Singleschallplatte auf die Musikindustrie. Die Popmusik stand vor einer grossen Neuerung, einer Umwaelzung ihrer Produktions- und Verbreitungsbedingungen. Der Song "Video killed the Radio Star" von der Electropop-Band The Buggles erscheint und spricht von der Vernichtung musikalischer Kreativitaet in einer Plastikwelt a la Orwell. Er steht als Symbol fuer die Veraenderung im Popmusikbusiness.

Die 80er Jahre >> Am 1. August 1981 startet MTV sein Programm. Plattenfirmen und Fernsehegesellschaft beschlossen das Sendekonzept MTV um der Plattenindustrie aus der Krise zu helfen, da die Plattenverkaeufe seit 1979 rueckgaengig waren musste eine Alternative zu Radiowerbung und Fernsehauftritten gefuden werden. MTV bildet dabei eine perfekte Symbiose: MTV dient als Sende-Plattform fuer Clips und die Plattenfirmen stellen die Clips zur Verfuegung. Ðberall dort in den USA, wo nach und nach MTV empfangen werden konnte, stiegen die LP-Verkaeufe wieder rapide an.Mit MTV wurde das audiovisuelle Pendant zum Radio geschaffen und- MTV wurde zur wichtigsten Marketingplattform fuer Popbands. Hatte eine Band ein Video, wurden sie bekannt und bekamen ein Image. Fruehere Promotionaktionen wie Tourneen wurden unterstuetzt, besonders auf internationaler Ebene.
1986/1987 bekommt MTV eine neue Programmstruktur aehnlich dem Broadcast TV, themenorientierte Sendungen laufen zu festen Zeiten, dabei verfolgt MTV das Trendsetterimage und setzt auf Sparten. MTV ernannte sich selbst zum Sprachrohr der Generation X und hatte Erfolg mit diesem Konzept. Ohne MTV gaebe es heute keine weltumspannende Musikvideo-Clip-Kultur.
Am 1. August 1986 startet MTV Europe als erste ausseramerikanische Niederlassung mit dem Video zu "Money for nothing" von den Dire Straits. Statt hoffnungsfrohem Wunschdenken (wie sechs Jahre zuvor) nun ein ironischer Hinweis auf harte Tatsachen: Da MTV keine eigenen Clips produzierte und keine Gebuehren fuer deren Ausstrahlung bezahlte, macht der Sender tatsaechlich" money aus fast nothing". MTV-USA wies bereits 2 1/1 Jahre nach seinem Start fuer das erste halbe Jahr 1984 einen operativen Gewinn von 8 Mio. Dollar aus. Anfangs als reines Kommerzunternehmen gegruendet, ist MTV heute DAS "Werbemedium" fuer kaeuflich zu erwerbende Musikprodukt und das Produktumfeld.

Die 90er Jahre >> 1993 startete das deutschsprachige VIVA sein Programm von Koeln aus. VIVA startete als Werbung fuer die deutscheTontraegerindustrie: mit deutscher Musik, deutschen VJs, deutschen Bands und der Einstellung "wir sind so wie du". Viva setzte auf eine starke Zuschauerbindung mit dem Ziel 40% deutschsprachige Musikvideos zu senden und praegte somit den Begriff "VIVA-Kompabilitaet". Dieser steht in der Musikindustrie stellvertretend fuer einen bestimmten Stil der Kuenstler, sowohl musikalisch als auch optisch. Von 1995-2002 gibt es VIVA 2. Hier werden stilrichtungsbezogene Sendungen mit Hintergrundwissen fuer das "aeltere" Publikum gezeigt. VIVA2 hatte ein Image und feste Zuschauerbindung, die Zuschauer bezeichneten VIVA2 als "Ihren" Sender, sahen sich abseits des Mainstream.
Dabei zeigt sich auch die Vielfalt der Musikvideoindustrie und des Genres. Es gibt so viele Subgenres wie es Musikstile gibt. Die Geschichte des Musikvideos geht weiter, jedoch nicht unbedingt in der technischen und formatsdefinierenden Entwicklung, sondern in inhaltlichen, kuenstlerischen und musikalischen Differenzierungen.

heute..>> 2004 gibt es in Deutschland 4 Musiksender VIVA, VIVA+, MTV, und MTV2. Vom Sendeschema aehneln sich MTV und VIVA, die dem Zuschauer verschiedene Themen und Musiksendungen bieten. Beide Sender haben ihr Programm um Eigenproduktionen (Dokumentationen udn Serien), die nur indirekt im Zusammenhang mit der Musik stehen erweitert. Weiterhin setzen sie auf Serien (Comics, Animees, etc.), die sich gar nicht auf Musik beziehen, sondern den Trendcharakter der Sender staerken sollen.

MTV und Viva senden 24 Stunden am Tag Musikvideos. Dabei wird zu 95% die Konfektionsware der Charts gezeigt, fuer avancierte Beispiele aus dem kuenstlerischen oder innovativen Bereich bleibt da wenig Platz. Mit dem Anwachsen der Musikindustrie und der Entwicklung des Musikvideos in den letzten Jahren sind unteschiedlichste Videogattungen entstanden: es gibt aufwendige Mini-Spielfilme mit Millionen-Etats, originelle Low Budget-Collagen oder komplett im Computer generierte Bilderwelte. Oft wird sogar schon darauf verzichtet den Interpreten selbst zu zeigen.
Die Vielfakt des Genres sorgt fuer viele Diskussionen. So wurden Musikvideos neben ihrem hohen kuenstlerischen und kommerziellen Rang zum Forschungsgegenstand in der Psychologie, Kulturwissenschaften, Medienwissenschaften, Musikwissenschaften oder auch in sozialen Fragen. 
   
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